Untersuchungen an der Rauchschwalbe 2022 in vollen Gange (Stand 08.07.2022)

Seit Ende Mai sind wir wieder im Kohrener Land unterwegs und erfassen die Rauchschwalbenpopulation an über 34 Einzelbrutplätzen und in sechs Kolonien. Obwohl die Altvögel zur normalen Zeit im zeitigen Frühjahr am Brutort angekommen sind, befanden sich Ende Mai nur in wenigen Nestern schon große Jungvögel. Meist lagen nur Eier in den Nestern. Der Höhepunkt der ersten Brut war erst Mitte Juni. Wir konnten bisher über 150 Jungvögel mit Fußringen der Beringungszentrale Hiddensee markieren. Jetzt ist die erste Phase der Brut abgeschlossen. Im Moment sammeln die Erstbrüter Energie für eine zweite Brut oder es liegen schon Eier in den Nestern.

Leider sind in diesem Jahr im Kohrener Land noch weniger Rauchschwalbenpaare als im Vorjahr an ihren Brutplätzen anzutreffen. Nur in den Kolonien hat sich der Brutbestand gehalten. Auffällig ist dabei, dass oft einzelne Brutpaare an einem potentiellen Brutplatz zwar anwesend sind, aber nicht brüten. Die Frage nach dem Warum können wir zur Zeit nicht beantworten. Es ist aber möglich, dass die große Trockenheit der letzten Wochen die Nahrung der Rauchschwalben limitiert. Und sie so von einer Brut abhält.

Wir werden ab der dritten Juliwoche wieder im Kohrener Land sein und unsere Arbeit fortsetzen. Dann können wir auch 60 Geolokatoren der Firma Migratetec an den Altvögeln anbringen. Sie wiegen nur 0,48 g und ermöglichen, die genauen Wanderwege der Rauchschwalbe des letzten Jahres zu verfolgen. Jedoch nur, wenn man den markierten Vogel wiederfängt.

Unser Vorhaben wird in diesem und im nächsten Jahr über die Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“ des LfULG und über die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig unterstützt.