Stand 20. Mai 2023

Vom 5. bis 11. Mai 2023 waren Mitstreiter der GRÜNEN LIGA Kohrener Land wieder in den Kork- und Steineichenwäldern Andalusiens unterwegs. Sie untersuchten gemeinsam mit einem Beringer aus Sevilla eine kleine Rauchschwalbenpopulation in St. Olalla del Cala (Naturpark Sierra de Aracena y Picos Aroche). Ebenso bauten sie mit Jugendlichen eines Bildungswerks aus Heidelberg, die im Rahmen ihrer Berufsausbildung hier weilten, Nisthilfen aus Holzbeton für Rauchschwalben. Auf ihrer Reise wurden sie mit der großen Trockenheit, aber auch mit der extremen Hitze in diesem Jahr konfrontiert. Deshalb war die Anzahl der brütenden Rauchschwalben wie auch ihre Bruterfolge wesentlich geringer als in den Vorjahren.

Der Grund: In der Hügellandschaft nördlich von Sevilla hat es seit 1,5 Jahren kaum wesentlich geregnet. Die ansonsten im Mai bunt blühende Dehesa-Landschaft war dieses Mal herbstlich braun gefärbt. Viele kleine Flüsse und Bäche sind ausgetrocknet. Die Landwirte müssen schon seit langem Futter für ihre Tiere zukaufen. Sind in den etwa 600 Meter hohen Gebieten ansonsten im Mai Tagestemperaturen von etwa 25 °C möglich, stiegen diese in diesem Jahr auf etwa 30 Grad.

Die extreme Situation wurde jedoch in der Ebene um Sevilla und im Nationalpark Donana noch getoppt. Hier erreichte das Thermometer in den Nachmittagsstunden menschenfeindliche, unerträgliche 36 °C. Die hielten über 19 Uhr hinaus an. Die warme Luft stand im Raum.

Der Nationalpark Donana, ansonsten ein Zugvogelparadies, ist bereit zu über 85 % ausgetrocknet. Biologen sprechen jetzt hier von einer Steppenlandschaft und nicht mehr von einem Flussdelta. Neben der extremen Trockenheit spielt auch die landwirtschaftliche Übernutzung dieses Naturraums eine entscheidende Rolle. Anbauer von Früherdbeeren aber auc von Pfirsich- und Citrusfruchtkulturen dringen mit ihren Feldern immer näher an die Grenzen des Schutzgebietes vor. Sie betreiben häufig ungenehmigte Brunnen, die den Grundwasserspiegel noch weiter verringern.

Die Rauchschwalben sind zurück (Sachsen Sonntag, 15.04.2023, S. 4)

Beobachtungen im Eschefelder Teichgebiet / Tipps vom Fachmann für sichere Nester

Frohburg. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – doch mit ihr beginnt jede neue Schwalben-Saison. Nachdem im Gebiet der Eschefelder Teiche nahe Frohburg Mitte März die ersten Rauchschwalben gesichtet wurden, wurden die ersten Rückkehrer auf den Höfen des Kohrener Landes gesichtet. „Der größte Teil kommt dann sicher Mitte April“, sagt Tomas Brückmann, Rauschwalben-Experte der Grünen Liga. Er betreut die Population im südlichen Landkreis Leipzig seit vielen Jahren.

„Jetzt gilt es zu entscheiden: Wo dürfen die Schwalben rein? Diese Räume müssen nun offenbleiben. Auf den Einsatz von Holzschutzmitteln und Insektiziden ist zu verzichten“, sagt Brückmann an die Adresse derer, die Rauchschwalben in ihrem ländlichen Anwesen beherbergen. Man müsse die Nester gegen den Zugriff von Katzen sichern, und es empfehle sich mitunter, ein Kot-Brett unter den Nestern anzubringen, um Verschmutzungen zu reduzieren.

Vor allem dort, wo Tiere gehalten werden und wo es noch einen klassischen Misthaufen gibt, finden Rauchschwalben ausreichend Nahrung, erklärt er. Hier siedeln sie sich demnach bevorzugt an. Zudem seien im Frühling und Sommer blühende Wiesen in der unmittelbaren Nachbarschaft wichtig, weil auch dort viele Insekten schwirren. Ab Ende Mai wird Tomas Brückmann mit Helfern wieder auf den Höfen des Kohrener Landes unterwegs sein, um die Zahl der Bruten zu erfassen, Jungtiere zu beringen und immer wieder hierher zurückkehrende Altvögel zu ermitteln. Dank einer finanziellen Unterstützung von der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig und der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt vergibt Brückmann bei Bedarf kostenlose Nisthilfen für Rauchschwalben. Wer nicht so lange warten will: Die gibt es auch im Fachhandel.

Schwalben kehren jetzt zurück (Leipziger Volkszeitung, Borna-Geithain, 31.03.2023)

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – doch mit ihr beginnt jede neue Schwalben-Saison. Nachdem im Gebiet der Eschefelder Teiche nahe Frohburg Mitte März die ersten Rauchschwalben gesichtet wurden, werden dieser Tage die ersten Rückkehrer auf den Höfen des Kohrener Landes erwartet. „Der größte Teil kommt dann sicher Mitte April“, sagt Tomas Brückmann, Rauschwalben-Experte der Grünen Liga. Er betreut die Population im südlichen Landkreis Leipzig seit vielen Jahren.

„Jetzt gilt es zu entscheiden: Wo dürfen die Schwalben rein? Diese Räume müssen nun offenbleiben. Auf den Einsatz von Holzschutzmitteln und Insektiziden ist zu verzichten“, sagt Brückmann an die Adresse derer, die Rauchschwalben in ihrem ländlichen Anwesen beherbergen. Man müsse die Nester gegen den Zugriff von Katzen sichern, und es empfehle sich mitunter, ein Kot-Brett unter den Nestern anzubringen, um Verschmutzungen zu reduzieren.

Vor allem dort, wo Tiere gehalten werden und es noch einen klassischen Misthaufen gibt, finden Rauchschwalben ausreichend Nahrung, erklärt er. Hier siedeln sie sich demnach bevorzugt an. Zudem seien im Frühling und Sommer blühende Wiesen in der unmittelbaren Nachbarschaft wichtig, weil auch dort viele Insekten schwirren.

Ab Ende Mai wird Tomas Brückmann mit Helfern wieder auf den Höfen des Kohrener Landes unterwegs sein, um die Zahl der Bruten zu erfassen, Jungtiere zu beringen und immer wieder hierher zurückkehrende Altvögel zu ermitteln. Dank einer finanziellen Unterstützung von der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig und der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt vergibt Brückmann bei Bedarf kostenlose Nisthilfen für Rauchschwalben. Wer nicht so lange warten will: Die gibt es auch im Fachhandel.

Ekkehard Schulreich