Stand Mitte Juni 2023

Ende Mai haben wir in diesem Jahr mit unsere Geländearbeit begonnen. Dank einer Förderung über die Richtlinie „Natürliches Erbe“ des Freistaates Sachsen kann zusätzlich zu den ehrenamtlich Tätigen ein Biologe in den Rauchschwalben-Kolonien des Kohrener Landes zum Einsatz kommen. Und wir konnten in zwei Gehöften auch schon die ersten, fast flüggen Jungvögel beringen. Das waren allerdings die Ausnahmen.

Die ersten Rauchschwalben sind 2023 im Kohrener Land zwar schon in den ersten Apriltagen gesichtet worden. Das waren jedoch meist nur Einzeltiere. Dann dauerte es etwa 14 Tage, bis weitere zurückkehrende Rauchschwalben die Menschen an ihren Brutplätzen erfreuten. Bis Mitte Mai kamen dann in einzelnen Schüben die anderen Brutvögel in unser Untersuchungsgebiet zurück.

Die bis Anfang Mai ankommenden Schwalben zeigten keine Brutaktivtäten und begannen diese erst Ende Mai und im Juni. Ein Grund dafür könnten die kalten Nächte bis Ende Mai mit Temperaturen von wenigen Graden über Null gewesen sein. Ebenso hinderte die extreme Trockenheit im Mai die Entwicklung kleiner Fluginsekten, die Nahrung der Rauchschwalbe. Fliegen, die gern von Rauchschwalben gefressen werden, seien erst Mitte Juni in den Ställen zu beobachten gewesen, berichteten Gehöftbesitzer mit einer Einzel-Schweinemast-Haltung.

Ohne ausreichend Nahrung ist keine Brut zu erwarten. An vielen Einzelbrutplätzen lagen bis Mitte Juni keine Eier in den Nestern. In Kolonien hatte das Brutgeschehen jedoch bereits begonnen. Immerhin brüteten in allen Kolonien mehr Brutpaare als im letzten Jahr. Gelegegrößen von 6 Eiern blieben allerdings die Ausnahme.

Eine Kontrolle der Altvögel an unseren Einzelbrutplätzen zeigte größtenteils neue Brutpaare, die sich hier angesiedelt hatten. Viele Altvögel vom Vorjahr waren jedoch nicht an ihren Brutplatz zurück gekommen. Bemerkenswert ist dennoch die Kontrolle von Altvögeln im gleichen Gehöft: in Eschefeld nach sechs Jahren und in Benndorf nach vier Jahren.