Unser Themen wie Umweltschutz, Denkmalpflege und Artenschutz entwickeln sich besonders durch den lebhaften und gestalteten Austausch zwischen ländlichem und urbanem Raum.
Die zweite Rauchschwalbenbrut 2023 neigt sich nun dem Ende entgegen. In den Kolonien des Kohrener Landes in Benndorf, Rüdigsdorf, Neuhof, Meusdorf und Rathendorf brüten etwas weniger Brutpaare als während der ersten Brut. An vielen Einzelbrutplätzen, die noch während der ersten Brut besetzt waren, fand keine zweite Brut mehr statt.
Die Eianzahl in den Nestern ist wesentlich geringer als in der ersten Brut. Meist lagen nur drei bis vier Eier in den Nestern. Auch die Schlupfrate hat sich gegenüber der ersten Brut wesentlich verringert. Oft liegt sie bei 50 Prozent. Die feuchte Witterung seit Anfang August hat dazu geführt, dass auch immer wieder tote Jungvögel in den Nestern gefunden wurden, die von ihren Eltern nicht weiter gefüttert wurden.
Wir haben bisher über 450 Jung- und Altvögel der Rauchschwalbe mit Ringen der Beringungszentrale Hiddensee versehen. Ebenso konnten wir zwanzig Altvögel mit neuen Geolokatoren der Firma Migratetec anbringen. Das Besondere: fünf Altvögel, die zuvor einen Geolokator getragen hatten, erhielten damit einen neuen Geolokator. Sieben Geolokatoren, die im Vorjahr angebracht worden, konnten wir wieder auffinden. Diese werden einer Auswertung zugeführt.
Es ist uns wieder gelungen, zahlreich Brutorttreue von Altvögeln der Rauchschwalbe über mehrere Jahre nachzuweisen. Ebenso gelang der Nachweis einer Ansiedlung einer nestjung beringten Rauchschwalbe in einem Nachbargehöft in Altmörbitz.
Wir kontrollierten auch in der Dämmerung mehrfach das Röhricht im Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche nach Schlafplätzen der Rauchschwalbe, wurden aber bisher nicht fündig.
Die Kultur– und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig stellte uns erneut Nisthilfen für Rauch- und Mehlschwalben zur Verfügung. Diese konnten wir Gehöftbesitzern kostenfrei zur Verfügung stellen. Wir haben noch Nisthilfen im Bestand, die wir auf Anfrage gern abgeben.
Rauchschwalben sind mit Brut spät dran (Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Borna-Geithain, 08.07.2023)
Deutlich später als sonst haben die Rauchschwalben im Kohrener Land mit der Brut begonnen. Dabei waren die ersten Vögel schon Anfang April aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückgekehrt, ehe die anderen in mehreren Schüben bis Mitte Mai in den Dörfern zwischen Benndorf (Stadt Frohburg) und Narsdorf (Stadt Geithain) folgten. Doch das Brutgeschäft begannen die meisten erst Mitte Juni.
„Das ist ungewöhnlich“, sagt Experte Tomas Brückmann von der Grünen Liga, der die Rauchschwalben hier seit vielen Jahren betreut. Die Gründe liegen für ihn auf der Hand: ein kaltes Frühjahr bis Ende Mai, danach eine Trockenheit, die das Angebot an kleinen Fluginsekten stark beschränkte, die Nahrungsgrundlage also.
„Wir haben 2023 ein Jahr wie vor 20 Jahren, was die Vegetation betrifft.“ Was den Pflanzen guttue, bremse die Rauchschwalben offenbar aus. Das zeige sich auch in der eher geringen Zahl an Eiern in vielen Nestern. Vor allem an den Einzelbrutplätzen auf den Höfen hätten die Paare spät mit dem Brutgeschäft begonnen. Auffällig sei zudem, ohne dass er dafür schon eine plausible Erklärung habe, sagt Brückmann: „Viele der angestammten Plätze sind von anderen Brutpaaren belegt als im vergangenen Jahr.“
Rund 250 Jung- und Altvögel haben die Schwalbenfreunde in dieser Saison bereits beringt. Dabei stellten sie erneut fest, wie treu manche Tiere dem Kohrener Land bleiben. In Eschefeld wurde ein Vogel sechs Jahre nach seiner Beringung am selben Ort angetroffen, in Benndorf lagen immerhin vier Jahre dazwischen.
Einen Blick haben Brückmann & Co. auch auf die winzigen Geo-Lokatoren. 60 Vögel hatten sie mit diesen minimalistischen Datenspeichern ausgerüstet. Um diese auslesen zu können, müssen sie die Vögel in diesem Jahr erneut fangen. Bislang sei das nur in drei Fällen geglückt. Das Ziel sei eine Quote von 30 Prozent, also mindestens 20 Vögeln. Ab Ende Juli wollen sich die Akteure deshalb noch einmal gezielt auf die Suche machen.
Einen größeren Posten Nisthilfen für Rauch- und für Mehlschwalben konnten Brückmann und seine Helfer in den vergangenen Wochen bereits verteilen. Möglich macht das eine Unterstützung von der Natur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig. Eine zweite Charge soll ab Ende Juli zur Verfügung stehen: „Wer daran Interesse hat, kann uns ansprechen, wenn wir wieder auf den Höfen sind.“
Ekkehard Schulreich
Von 2020 bis 2024 haben wir als GRÜNE LIGA Kohrener Land e.V. in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gehöften und tollen Freiwilligen die Rauchschwalbenpopulation im Kohrener Land auf ihre Größe und ihre Reproduktionsfähigkeit untersucht. Dabei wurden Jung- und Altvögel mit Fußringen markiert aber auch und das ist neu: Geolokatoren eingesetzt.
Wir erhoffen uns durch diese neue Technik wichtige neue Erkenntnisse zum Zuge dieser im Rückgang befindlichen Art.
Zuständig für die Durchführung des ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.
Unsere jahrelange Arbeit kann nur nachhaltige Ergebnisse und Wirkung bei den Rauchschwalben im Kohrener Land erzielen, wenn ein stetige Unterstützung finden. Wir bedanken uns für allen Spenden und den Projektförderungen.




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