Stand 03.10.2023 – Zweite Brut der Rauchschwalbe ist nicht so erfolgreich

Die letzten, spätbrütenden Rauchschwalben haben in den ersten Septembertagen ihre Jungvögel noch an den Brutorten aufgezogen. Dann begaben sie sich recht zügig auf ihre weite Reise ins Winterquartier nach Afrika. Die Paare, bei denen die Jungvögel schon im August flügge waren, verließen die Höfe auch schon in diesem Monat. So waren die meisten Gehöfte im Kohrener Land Anfang September fast „schwalbenleer“.

Trotz intensiver Suche seit Ende August ist es uns auch in diesem Jahr nicht gelungen, einen Rauchschwalbenschlafplatz im Teichgebiet Eschefeld zu finden. Somit existiert der seit Jahrzehnten besetzte Schlafplatz im Röhricht des Naturschutzgebietes nicht mehr. Rückfragen bei Kollegen in der Leipziger Region und im Fläming ergaben die gleichen Ergebnisse. Die meisten bisherigen Schlafplätze waren nicht mehr besetzt. Es muss in den letzten beiden Jahren Veränderungen im Herbstzugregime der Rauchschwalbe gegeben haben.

Weniger Brutpaare bei den Rauchschwalben (SachsenSonntag, Ausgabe Borna, Geithain und Umgebung, 16.09.2023, S. 1)

Kohrener Land: Zweite Brut der Rauchschwalbe ist nicht so erfolgreich (Leipziger Volkszeitung, 31.08.2023)

Kohrener Land: Zweite Brut der Rauchschwalbe ist nicht so erfolgreich (Leipziger Volkszeitung, 31.08.2023)

Das Schwalbenjahr geht zu Ende im Kohrener Land: Der kühle August sorgte für weniger zweite Bruten. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Frohburg. Die zweite Brut des Jahres ist durch bei den Rauschwalben im Kohrener Land: Sie fiel etwas schmaler aus als in vergangenen Jahren. „In den Kolonien in Benndorf, Rüdigsdorf, Neuhof, Meusdorf und Rathendorf brüten etwas weniger Brutpaare als während der ersten Brut“, sagt Tomas Brückmann, Schwalbenexperte der Grünen Liga, der die Population seit vielen Jahren betreut. In den Nestern fanden sich insgesamt weniger Eier. Zudem sorgte der kühle August dafür, dass mehr Nestlinge als in anderen Sommern starben, weil ihre Eltern sie nicht ausreichend mit Nahrung versorgen konnten. An vielen Einzelbrutplätzen fand überhaupt keine zweite Brut statt.

Lokatoren speichern Informationen

„Wir haben bisher mehr als 450 Jung- und Altvögel mit Ringen der Beringungszentrale Hiddensee versehen. Zudem konnten wir 20 Altvögel mit neuen Geo-Lokatoren bestücken“, so Brückmann. Das Besondere: Fünf Altvögel, die zuvor bereits einen solchen Mini-Chip trugen und die in dieser Saison hier eingefangen werden konnten, erhielten einen neuen. Gelinge es, diese Daten im kommenden Jahr auszuwerten, erfahre man, ob die Vögel denselben Weg in ihr Winterquartier nähmen und anderes Aufschlussreiches über den Schwalben-Zug. Sieben Geolokatoren, die im Vorjahr angebracht worden waren, wurden aufgefunden. Die Daten werden jetzt ausgewertet.

Es gibt noch Nisthilfen

„Es gelang uns erneut, zahlreiche Rauchschwalben nachzuweisen, die über mehrere Jahre am selben Ort im Kohrener Land brüten“, so der Experte. Zudem wurde festgestellt, dass eine nestjung beringte Rauchschwalbe in einem Nachbargehöft in Altmörbitz ihr Quartier aufschlug.

Die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig stellte der Umweltorganisation erneut Nisthilfen für Rauch- und Mehlschwalben zur Verfügung, die an die Eigentümer von Rauchschwalben-Gehöften kostenfrei weitergegeben wurden. Einige, sagt Brückmann, habe man noch und gebe auch die gern ab. Er rechnet damit, dass sich die Rauchschwalben bald sammeln und ihren Flug in die Winterquartiere antreten: „Es gibt erste Anzeichen, doch begonnen hat der richtige Zug noch nicht.“

Ekkehard Schulreich