Brutdauer nicht nur Kälte- sondern auch Hitzabhängig

Zwei Rauchschwalben sitzen in ihrem Nest in einer Raumecke

Fast jeder weiß, dass Insekten ab einer bestimmten Temperatur in eine Kältestarre verfallen oder einige Tiere Winterschlaf halten. Doch wem ist so was schon von Vögeln bekannt? Aber auch junge Nesthocker können kurzzeitig eine gewisse Abkühlung vertragen. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass beispielsweise junge Mauersegler in eine Kältestarre verfallen können. Somit können die Eltern das Nest einige Zeit verlassen um genügend Nahrung zu finden. Auch bei Zwergdommeln und Ziegenmelkern ist dieses Phänomen bekannt. Schwalben können in Kältestarre wenige Tage überleben, gehen aber bei längerer Kältedauer zugrunde. Echter Winterschlaf ist bei der Amerikanischen Nachtschwalbe nachgewiesen worden. Sie kann so mehr als 100 Tage überleben [SCHILDMACHER 1982]. Nun stellt sich die Frage, was passiert eigentlich bei großer Hitze? Im Jahr 2003 konnte bei einigen Nestern beobachtet werden, dass sich die Entwicklung der Jungvögel in der extrem heißen Phase des Sommers stark verzögerte. Dies äußerte sich darin, dass beim visuellen Einschätzen des Alters der Jungvögel im Abstand von ca. einer Woche kein merklicher Unterschied zu beobachten war. Momentan wird davon ausgegangen, dass dieses Phänomen auf eine Verlangsamung des Stoffwechsels zurückzuführen ist. Ob dies nun aber die Ausnahme oder eher die Regel bei großer Hitze ist, ist bislang weitgehend unerforscht.