Schlafplatz – Wiederfunde aus dem ganzen Beringungsgebiet

Zwei Rauchschwalben sitzen in ihrem Nest in einer Raumecke

Kurz vor ihrem Rückzug nach Afrika sammeln sich junge und alte Rauchschwalben meist zu hunderten an so genannten Schlafplätzen. Diese befinden sich oft im Schilf, aber auch z.B. in Maisfeldern direkt an oder in der Nähe von Teichen. In unserem Untersuchungsgebiet befindet sich ein solcher Schlafplatz im NSG Eschefelder Teiche, in der Nähe von Frohburg, am Nordufer des Ziegelteichs. Hier wurden ab der Mitte der Brutsaison bis zur Aufgabe des Schlafplatzes, mehrere Kontrollen durchgeführt. Dabei konnten an 7 Abenden insgesamt 133 Rauchschwalben gefangen werden. Davon waren 122 junge Rauchschwalben und nur elf waren Altvögel. Insgesamt wurden drei Wiederfunde gemacht. Besonders interessant ist ein Wiederfund der zwei Jahre zuvor etwa 10km entfernt als Jungvogel beringt wurde. Die beiden anderen Wiederfunde wurden während der Brutsaison 2005 im benachbarten Ort als Jungvögel beringt.
Solche Kontrollen an Schlafplätzen sind notwendig, um auch Bewegungen des Vogelzugs zu erfassen. Es ist durchaus denkbar, dass einige Schwalben bereits auf dem Zug sind und an den Schlafplätzen Rast machen.
Im Teichgebiet bei Trebbichau (Kreis Köthen, Sachsen-Anhalt) befindet sich ein Schlafplatz der Rauchschwalben mit mehreren Tausend Vögeln. Damit dürfte es sich mit um einen der größten Schwalbenschlafplätze in Deutschland handeln. An einem Kontrollfang im Jahr 2005 konnte dort eine kroatische Schwalbe gefangen werden. [Ingolf Todte]