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Wie schützen wir unsere Rauchschwalbe im Kohrener Land? Ob Nestpflege, Klebenester und andere Aktionen, hier erfahrt ihr wie es gemacht wird.
Die Rauchschwalben sind faszinierende Vögel, die eine enge Bindung zu ihren Brutorten haben. Besonders die Männchen zeigen eine bemerkenswerte Brutorttreue und kehren jedes Jahr zu ihren angestammten Nistplätzen zurück. Die Partnerschaft beim Nestbau ist eine gemeinsame Aufgabe, bei der beide Partner gleichermaßen engagiert sind.
Der Nestbau ist eine zeitaufwendige Tätigkeit, die etwa 8 bis 12 Tage in Anspruch nimmt, wobei gegen Mitte der Brutsaison dieser Zeitraum auf 3 bis 4 Tage verkürzt wird. Die Nester bestehen hauptsächlich aus Stroh und Lehm, die mit Speichel zu einer stabilen Struktur verklebt werden. Zur Auspolsterung verwenden die Schwalben Heu, Tierhaare und Federn.
Die Nutzung bereits vorhandener Nester aus den Vorjahren ist für die Rauchschwalben von großer Bedeutung. Dies unterstreicht ihre enge Bindung zu den Brutorten und zeigt, wie wichtig es ist, diese Orte zu schützen und zu erhalten. Es ist daher unerlässlich, Maßnahmen zu ergreifen, um die Lebensräume der Rauchschwalben zu bewahren und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Nester sicher und ungestört zu bauen.
Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) hat sich als Kulturfolger stark an das Leben in der Nähe des Menschen angepasst. Sie ist mittlerweile auf ihn angewiesen, insbesondere was Brutplätze und teilweise auch Nahrungsressourcen betrifft. Viehställe, bei denen für den Einflug der Schwalben Türen oder Fenster geöffnet sind und die dazugehörigen Misthaufen bieten optimale Bedingungen für die Ansiedlung der Rauchschwalben. Landschaftselemente wie extensive Grünlandflächen und naturnahe Gewässer spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, da sie eine reichhaltige Insektenfauna – die Hauptnahrungsquelle der Schwalben – fördern. (Ambrosini, 2012; Møller, 2001; McHugh 2018)
Der Rückgang der Rauchschwalbenpopulation ist vor allem auf den Verlust dieser entscheidenden Faktoren zurückzuführen. Ihre Brutplätze befinden sich sowohl auf Einzelhöfen als auch in großen Viehanlagen. Doch viele ältere Hofbesitzer geben die Tierhaltung auf, weil sie sich nicht mehr darum kümmern können oder die Nachfolgegeneration kein Interesse daran hat. Dadurch verschwinden nicht nur die Tiere, sondern oft werden auch die Gebäude renoviert und Einflugöffnungen wie Türen und Fenster verschlossen, was den Zugang zu den Brutplätzen verhindert. Zudem fehlt durch die Aufgabe der Viehzucht der Misthaufen, der den Schwalben als Quelle für Nistmaterial und Nahrung dient.
Um die Populationsdichte der Rauchschwalben zu stabilisieren oder zu erhöhen, sind mehrere Maßnahmen notwendig.
Angesichts der sinkenden Zahl von Einzelhöfen und der damit verbundenen Abnahme von Nistmöglichkeiten sollte der Erhalt von Stallungen, Scheunen und anderen landwirtschaftlichen Gebäuden stärker gefördert werden. Besonders kleine landwirtschaftliche Betriebe haben positiven Einfluss auf die Aufzucht der Nachkommen von Rauchschwalben. Großbetriebe könnten dazu angehalten werden, Einflugmöglichkeiten zu erhalten, indem Tore oder Fenster offen gelassen werden.
Alternativ können wie früher Öffnungen in Türen und Toren geschaffen werden, durch die die Schwalben ein- und ausfliegen können. Dies kann durch gezielte Informationen und Kooperationen mit Landwirten erreicht werden. Kooperationen mit privaten Gebäudebesitzern oder Gemeinden könnten dazu beitragen, geeignete, ungenutzte Gebäude für die Ansiedlung von Rauchschwalben zu öffnen.
Dort, wo keine natürlichen Nistplätze vorhanden sind, können künstliche Nisthilfen angebracht werden. Nach Teglhøj (2018) erhöhen diese den Bruterfolg um 75 Prozent. Der Energieverbrauch ist geringer als beim Nest selbst bauen. Es erfolgt eine frühere Brut mit mehr Eiern und überlebenden Jungvögeln. Interessierte Hausbesitzer könnten bei der Anschaffung von Nisthilfen finanziell unterstützt werden.
Um ausreichend Fluginsekten als Nahrung für die Rauchschwalben zu gewährleisten wäre eine weitere Förderung von artenreichen Grünlandflächen und Streuobstwiesen sinnvoll.
Unsere Beobachtungen zeigen, dass das Vorhandensein von artenreichem Grünland, idealerweise mit Weidetieren, das Nahrungsangebot für die Schwalben deutlich verbessert. Leider nimmt die Zahl solcher Flächen durch die Intensivierung der Landwirtschaft ab. Der Anbau von Monokulturen führt gleichzeitig zu einem Rückgang der Insektenpopulation.
Der verstärkte Einsatz von chemischen Mitteln, wie neonikotinoider Insektizide in der Landwirtschaft, trägt ebenfalls zum Rückgang der Nahrungsressourcen bei und könnte sich negativ auf die Gesundheit der Schwalben auswirken. Das ist in den Studien von Hallmann et al. (2014), Eng et al. (2019) und Mineau und Whiteside (2013) dokumentiert. Eine umweltschonendere Bewirtschaftung und der Verzicht auf Pestizide helfen danach, die Insektenpopulationen stabil zu halten.
Eine Studie in Südengland konnte signifikant höhere Rauchschwalbenzahlen zur Brutzeit in untersuchten Landschaftsabschnitten mit Blühstreifen nachweisen, als in den Vergleichsgebieten mit einheitlichem Grasbewuchs (McHugh, 2018). Insektenbestäubte Blühpflanzen sind die Voraussetzung für Insektenaufkommen und damit für die Jungenaufzucht der Rauchschwalbe entscheidend.
Wichtig ist bei der Planung und Anlegen der Blühstreifen auch, dass der Abstand von diesen Blühpflanzenvorkommen zum Brutort der Rauchschwalbe nicht zu hoch sein sollte. Die Zeit der Aufzucht der Nachkommen ist für die Elterntiere ein hoher Kraftaufwand und die gerade bei Nahrungsknappheit weibliche Individuen mit einer besonderen Aufopferungsbereitschaft eingehen, da ihre Nestbindung eine höhere ist (Gareth, 1988; Brombach, 2004).
Für die Rauchschwalbe ist Effizienz in der Fütterungszeit wichtig, um Ressourcen einzusparen und auch für eventuelle Schlechtwetterperioden gewappnet zu sein. 1982 fand Turner bei einer Untersuchung in Schottland heraus, dass die Tiere bei der Jungenaufzucht besonders große Fluginsekten bevorzugen. Hierzu gehören insbesondere Schmetterlinge und deren Larven (Lepidoptera, L. larvae), Fliegen (Brachycera), Schwebfliegen (Syrphidae), Bremsen (Tabanidae) und Hautflügler wie Wespen und Bienen (Hymenoptera) (Turner, 1982). Um wiederum ihr Körpergewicht zu vergrößern, wird ein Mix aus großen und kleineren Insekten gewählt.
Auch hier kann die Rauchschwalbe über die Auswahl der Kulturpflanzenmischung unterstützt werden. Es sollten Pflanzen gewählt werden, die eine Bestäubung durch große Insekten ermöglichen, diese anlocken und der Rauchschwalbe damit zur Verfügung stellen.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen ist die Schaffung von Feuchtgebieten eine Möglichkeit, Insekten anzusiedeln. Dadurch erschließt sich eine weitere Nahrungsquelle für die Rauchschwalben. Eine aktuelle Studie darüber ist ‚The Land Between‘ von 2023.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Aufklärung der Bevölkerung. In den Medien und auf öffentlichen Veranstaltungen sollte die Bedeutung der Rauchschwalben im Nahrungskreislauf, ihre Geschichte im Zusammenleben mit dem Menschen sowie die geltende Gesetzeslage thematisiert werden. Hier könnten auch die sozialen Medien eine Verbreitung
Ein weiteres Problem ist die Reaktion mancher Eigentümer auf den Kot oder das Nistmaterial der Schwalben, das Gebäude, Höfe oder Autos verschmutzt. In einigen Fällen werden die Nester sogar illegal entfernt.
Um Nistplätze auf Einzelhöfen zu erhalten oder neue zu schaffen, sollten die Anliegen der Hofbesitzer berücksichtigt werden. Einige wären möglicherweise bereit, sich an den Kosten für die Kotentfernung und die Reinigung der Gebäude zu beteiligen.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist und bleibt, dass Naturschutzvereine und Personen, die sich um den Schutz der Rauchschwalben bemühen, weiterhin gefördert werden.
Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an Gebäuden sollten außerhalb der Brutzeit durchgeführt werden. Damit würde eine Störung der Vögel entfallen. Falls Nester entfernt werden müssen, sollten wie schon beschrieben alternative Nistmöglichkeiten bereitgestellt werden. Beim Bau neuer Gebäude kann schon bei der Planung Vorsorge getroffen werden. So können Zugänge für Rauchschwalben und Nistmöglichkeiten eingeplant werden.
Schließlich sollte die Zusammenarbeit zwischen Naturschutzbehörden, Universitäten, Fachhochschulen und Naturschutzverbänden intensiviert werden. Dabei können bestehende Erkenntnisse genutzt werden, um die Populationsdichte weiter zu erforschen und die Auswirkungen der landschaftlichen Veränderungen sowie des zunehmenden Einsatzes von Pestiziden zu untersuchen. Die regelmäßige Beobachtung und Erhebung der Schwalbenpopulationen kann Trends und Bedarfe aufzeigen. Auf dieser Grundlage ist es möglich, gezielte Maßnahmen zu ergreifen. Das Verständnis der komplexen Migrationsrouten und der klimatischen Herausforderungen, denen Rauchschwalben auf ihrem Zug begegnen, kann zu besseren Schutzkonzepten beitragen.
Ziel ist es, eine wirksame Erholung der Population der Rauchschwalben zu erreichen.
Der Klimawandel hat mehrere Auswirkungen, die die Rauchschwalbenpopulation beeinflussen. Das sind beispielsweise die Verschiebungen in den Zugzeiten und Brutbeginn, die Veränderungen in Brutverhalten und Reproduktionserfolg, Insektenverfügbarkeit und Nahrungsknappheit oder die Auswirkungen von klimabedingten Wetterextremen. So konnte ein Einbruch der Populationszahlen britischer Rauchschwalben mit Regen in der Sahelzone während des Frühjahrszuges in Verbindung gebracht werden (Robinson, 2010). Die Ausbreitung, beziehungsweise die Neubildung von Wüsten als Desertifikation, erschwert den Vogelzug durch die Vergrößerung von heißen, trockenen Gebieten, die ohne Pause überflogen werden müssen.
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Unter folgendem Link kann der komplette Abschlussbericht zum Projekt „Schutz und Erforschung der Rauchschwalbe im Kohrener Land“ eingesehen werden: |


Warum die Rauchschwalben geschützt werden müssen wird aus dem Absatz zur Bestandsentwicklung deutlich. –> s.

soll Nistplätze vordergründig für Mehlschwalbe anbieten. Es kann aber auch von Mauersegler, Hausrotschwanz und Bachstelze

Anfang Mai setzte die GRÜNE LIGA die Untersuchungen an einer kleinen Rauchschwalbenkolonie in St. Olalla

Die GRÜNE LIGA hatte Ende Mai damit begonnen, den Rauchschwalbenbrutbestand im Kohrener Land zu erfassen.

Die Rauchschwalben sind seit Anfang April in mehreren Schüben ins Kohrener Land zurückgekehrt. Viele Altvögel
Von 2020 bis 2024 haben wir als GRÜNE LIGA Kohrener Land e.V. in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gehöften und tollen Freiwilligen die Rauchschwalbenpopulation im Kohrener Land auf ihre Größe und ihre Reproduktionsfähigkeit untersucht. Dabei wurden Jung- und Altvögel mit Fußringen markiert aber auch und das ist neu: Geolokatoren eingesetzt.
Wir erhoffen uns durch diese neue Technik wichtige neue Erkenntnisse zum Zuge dieser im Rückgang befindlichen Art.
Zuständig für die Durchführung des ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.
Unsere jahrelange Arbeit kann nur nachhaltige Ergebnisse und Wirkung bei den Rauchschwalben im Kohrener Land erzielen, wenn ein stetige Unterstützung finden. Wir bedanken uns für allen Spenden und den Projektförderungen.




Unser Themen wie Umweltschutz, Denkmalpflege und Artenschutz entwickeln sich besonders durch den lebhaften und gestalteten Austausch zwischen ländlichem und urbanem Raum.
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